EEG (Elektroenzephalographie)
Beim EEG wird mittels 20 durch eine Haube auf der Kopfhaut gehaltenen Elektroden elektrische Aktivität des Gehirns (Hirnströme) abgeleitet. Diese gibt uns Auskunft über die normale oder gestörte Funktion des Gehirns, Auffälligkeiten bestimmter Hirnregionen oder eine epileptische Aktivität.
Vor der Untersuchung sollten die Haare frisch gewaschen sein und sie sollten während der Untersuchung entspannt sitzen und die Augen geschlossen halten. Einige Male werden Sie dann aufgefordert, die Augen zu öffnen oder tiefer zu atmen.
NLG (Nervenleitgeschwindigkeitsmessung)
Nerven kann man sich grob vorstellen wie ein Kabel mit mehreren stromführenden Kupferleitungen, die durch einen Plastikmantel voneinander isoliert sind. Hierbei entsprechen die Axone den Kupferleitungen und die Markscheiden den isolierenden Hüllen. Die Nervenleitgeschwindigkeitsmessung macht sich zunutze, dass auch ein über die Haut zugeführter kurzer und ungefährlicher Stromimpuls wie ein Befehl vom Rückenmark weitergeleitet wird, wobei die Leitgeschwindigkeit und der Stromausschlag am Muskel dabei gemessen werden. Diese Ergebnisse geben uns dann Auskunft darüber, an welcher Stelle ein Nerv zum Beispiel eingeklemmt ist, ob Axone (Nervenfasern) funktionsunfähig sind oder ob nur die Markscheide beschädigt ist, die der Körper in vielen Fällen selbst wieder repariert.
Die hierbei über dem Nerv auf die Haut gegebenen leichten Stromimpulse können kurzfristig zu leichten Missempfindungen führen, sind aber nicht gefährlich und die Untersuchung kann zu jedem Zeitpunkt unterbrochen werden.
EMG (Elektromyographie)
Bei der elektromyographischen Untersuchung wird die elektrische Aktivität von Muskeln mittels einer kleinen Nadel abgeleitet und auf einem Monitor live aufgezeichnet. Die von einer Nervenfaser versorgten Muskelfasern erzeugen hierbei ein MUP (motor-unit-potential), dessen Muster dann ausgewertet wird und Auskunft darüber gibt, ob beispielsweise der Muskel bei Muskelerkrankungen oder ein Nerv und wenn ja, welcher Nerv oder welche Nervenwurzel, dann akut oder chronisch oder nur teilweise geschädigt ist.
Der, im Übrigen gefahrlose, Einstich verursacht vorübergehende Beschwerden, wie Sie Ihnen von Spritzen-Injektionen in den Muskel bekannt sind.
Sie sollten dem Arzt vor der Untersuchung mitteilen, ob Sie blutverdünnende Medikamente wie z. B. Marcumar oder Eliquis einnehmen. Unter ASS 100 kann die Untersuchung aber ohne weiteres durchgeführt werden.
Evozierte Potentiale (visuell, akustisch oder somatosensorisch)
Es ist technisch auch möglich, einzelne Körpersinne zu stimulieren und die elektrische Reaktion darauf im Rückenmark oder Großhirn zu messen. Hierbei sehen Sie entweder ein Schachbrettmuster auf einem Bildschirm (visuell evozierte Potentiale), hören ein wiederholtes Geräusch über einen Kopfhörer (akustisch evozierte Potentiale) oder werden am Arm oder Bein mit elektrischen Strömen stimuliert (somatosensorisch evozierte Potentiale).
Die Untersuchungen geben Auskunft darüber, ob die Impulse im Rückenmark oder Gehirn verlangsamt wie bei einer Multiplen Sklerose oder nicht vollständig wie zum Beispiel bei einer Verengung des Rückenmarkskanal weitergeleitet werden.
Farbkodierte Duplexsonographie der hirnversorgenden Gefäße
Mittels eines hochauflösenden Ultraschallkopfes werden die Wände der das Gehirn versorgenden Schlagadern dargestellt und es können Wandauflagerungen (Plaques) und die Wanddicke detailliert beurteilt werden. Über den Dopplereffekt werden zusätzlich die Geschwindigkeit und etwaige Turbulenzen des Blutflusses gemessen, wodurch sich dann das Ausmaß einer Verengung einer Halsschlagader genau bestimmen lässt. Diese Untersuchung ist gut geeignet, das individuelle Schlaganfallsrisiko abzuschätzen und trägt wesentlich zur Entscheidung bei, ob die Verengung einer Halsschlagader operativ behandelt werden muss oder medikamentös behandelt werden kann. Die Untersuchung wird von uns sowohl an den Halsschlagadern wie auch an den Hirnschlagadern im Kopf durchgeführt und ist für Sie nicht belastend oder schmerzhaft.
Nerven- und Muskelsonographie
Mittels einer hochauflösenden Ultraschallsonde können Nerven und Muskeln bildlich dargestellt und so Einklemmungen oder spezielle Erkrankungen der Nerven diagnostiziert werden. Auch können wir durch diese Methode Botulinustoxin gezielt auch in schwer auffindbare Muskeln injizieren.
Um Ihnen diese Untersuchungsmethode baldmöglichst anbieten zu können, absolvieren wir zurzeit die erforderlichen Zusatzausbildungen.
Neuropsychologische Test (Demenzdiagnostik etc.)
Wir verfügen sowohl über Screening-Tests (MOCA-Test, TFDD), als auch über umfangreichere Testbatterien (CERAD, NAB), um Demenzerkrankungen schon im Frühstadium zu diagnostizieren und mit allen verfügbaren Behandlungsoptionen günstig zu beeinflussen.
Neurologische Beratung und Verordnungen
Wir informieren Sie in ausführlichen Gesprächen über die Ursache, Art und Prognose ihrer Erkrankung und besprechen eingehend vorbeugende und den Verlauf günstig beeinflussende Maßnahmen. Auch erläutern und verordnen wir die verfügbaren medikamentösen Therapien und treffen hier im Dialog mit Ihnen eine bestmögliche Auswahl.
Des Weiteren verordnen wir die angezeigten Heilmittel wie physikalische Therapie, Ergotherapie und Logopädie und leiten in Absprache mit Ihnen Rehabilitationsverfahren ein oder nehmen, falls erforderlich, Kontakt zu Kollegen*Innen für weiterführende ambulante Untersuchungen oder stationäre Behandlungen auf.
Neurologische Injektions- und Infusionstherapien
Im Bedarfsfall führen mit einem Lokalanästhetikum und ggf. einem Depotkortikoid gezielte Injektionen zur Linderung von Einklemmungssyndromen einzelner Nerven an den Armen und Beinen durch.
Häufig zur Behandlung der Multiplen Sklerose, aber gelegentlich auch zur Behandlung anderer Autoimmunerkrankungen infundieren wir in einer akuten Erkrankungsphase hoch dosiertes Kortison und zur Vorbeugung auch andere Arzneimittel wie Immunglobuline oder spezifische Antikörper wie z. B. Natalizumab. Sie werden dabei von uns ärztlich und durch ausgebildetes medizinisches Personal kontinuierlich überwacht.
Botulinustoxinbehandlung
Durch die Injektion von Botulinustoxin in ausgewählte Muskeln können diese gezielt geschwächt werden. Dies ist zur Behandlung schmerzhafter spastischer Verkrampfungen zum Beispiel nach Schlaganfällen sehr hilfreich, um Schmerzen zu lindern und die Pflege und oft eingeschränkte Selbstversorgung zu erleichtern. Auch wird diese Therapieform zur Vorbeugung einer chronischen Migräne eingesetzt.
In unserer Praxis bieten wir die Behandlung einer schmerzhaften Spastik der Arme und die vorbeugende Therapie der Migräne an, wobei die mit sehr dünnen Nadeln durchgeführten Injektionen alle 3 Monate wiederholt werden müssen.